Im Januar 2018 habe ich angekündigt, dass es Interviews mit mir geben wird. Mein Rubber-Bär sammelt Fragen und stellt mir diese dann. Heute beschäftigt er sich mit dem Thema Petplay. BDSM- und Fetischspiele mit Hunden, Pferden oder Drachen. Wenn Du mal eine Frage hast, dann schreibe uns ;-)
Rubber-Bär: Heute wird es tierisch. Ich möchte mit dir über Petplay sprechen. SM-81: Da kann ich mit einem Bären sicher gut drüber sprechen. Rubber-Bär: Du stehst also auf Bären? Um es konkreter zu sagen, auf Typen die sich als Bär kleiden und in die Rolle eines Bären schlüpfen? SM-81: Viele Bären aus dem Bereich Petplay sind mir noch nicht begegnet. Da sind es hauptsächlich Hunde. Aber mir sind auch schon Katzen, Pferde und Drachen begegnet. Sogar eine Ziege habe ich kennengelernt. Rubber-Bär: Kannst du mit den Hunden, Katzen, Pferden und Fabelwesen etwas anfangen? SM-81: Oftmals, wenn man sich als Mensch begegnet, sind es nette Personen. Mit Fetisch und BDSM, womit viele Petplayer etwas anfangen können, hat man auch ein gemeinsames Thema. Rubber-Bär: Bist du im Bereich Petplay aktiv? Entweder als Owner oder selbst in einer dominanten Tierrolle? SM-81: Nein, das bin ich nicht. Ich finde viele Petplayer optisch schön anzusehen. Zum Beispiel einen Rubber-Dog mit Maske, Halsband und an der Leine. Aber mit dem Rollenspiel kann ich mich nicht identifizieren. Ich kann also weder ein Owner sein, der beispielsweise einen Hund hält, noch kann ich selbst in die Rolle eines Tieres gehen und einen Artgenossen dominieren. Rubber-Bär: Hast du das mal gemacht? SM-81: Ja, das habe ich. Ich hatte einen Partner, der gerne in die Hunderolle gegangen ist. Mit ihm habe ich Petplay immer mal wieder praktiziert. Da habe ich auch für mich festgestellt, dass es mich nicht anspricht. Rubber-Bär: Wie war für dich das Petplay mit ihm? SM-81: Es gab lustige und zärtliche Momente in dem Petplay. Mir hat es sehr gut gefallen, mit ihm zusammen zu kuscheln. Da war es mir egal, dass er eine Hundemaske und einen Dogtail getragen hat. Wie ich schon sagte, finde ich Doggys optisch ganz scharf. Es war lustig, ihm den Ball zu werfen und er hat ihn geholt. Was bei mir nicht aufkam, war ein erotischer Reiz an dem Spiel. Weil er mein Partner war, habe ich gerne mit ihm dieses Rollenspiel gemacht. Rubber-Bär: Würdest du dich mit jemandem zu einer Petplay-Session treffen? SM-81: Nein, das würde ich nicht tun. Wenn ich jemanden kenne, der das mal ausprobieren möchte. Oder wenn ich einen Partner hätte, der das ab und zu ausleben möchte mit mir, dann mache ich das mit. Aber gezielt mich mit jemandem nur für Petplay treffen, das mache ich nicht. Da ziehe ich für mich nichts raus. Rubber-Bär: Wie bist du damals mit dem Wunsch deines Partners umgegangen, ihn auch als Hund zu halten? SM-81: Wir beide hatten Glück, dass ich einen erfahrenen Hunde-Profi kannte. Mit dem haben wir uns ausgetauscht. Wir haben uns auch ein Buch bestellt und gemeinsam gelesen. Und wir haben damals einen Petplayer-Stammtisch zusammen besucht.
Rubber-Bär: Wie war es bei dem Petplayer-Stammtisch? SM-81: Ein paar Personen kannte ich dort. Wie ich schon sagte, sind einige Petplayer auch in der Fetisch- und BDSM-Welt unterwegs. Also auch in der Rolle des Sub, Sklaven oder Gimp. Meinem Freund hat es geholfen, andere Petplayer kennenzulernen und sich in diese Welt zu begeben. Viele Tipps konnten wir mitnehmen, zum Beispiel welches Hundefutter auch für den menschlichen Hund schmackhaft ist. Ich habe dort gemerkt, dass es nicht meine Welt ist. Rubber-Bär: Das klingt ganz positiv, was du berichtest. Jedenfalls für deinen damaligen Freund. Woran hast du gemerkt, dass es nicht deine Welt ist? SM-81: Wer sich für Petplay interessiert, findet dort Ansprechpersonen und Unterstützung. Das kann ich nur positiv bewerten. Die Atmosphäre dort ist… besonders. Die Petplayer leben Tierverhaltensweisen aus. Ganz verständlich dort. Damit konnte ich aber nichts anfangen. Rubber-Bär: Zum Beispiel? SM-81: Wir standen im Außenbereich der Location. Plötzlich steht neben mir ein Typ und reibt sein Gesicht an meinem Oberarm. Und schnurrt dabei. Ich kannte die Person nicht. Er sprach nicht mit mir. Mir wurde dann erklärt, dass er das darf und es normal sei, weil er eine Katze ist. Er würde mich mögen, sonst würde er sich so nicht verhalten. Das ist nicht meine Welt. Das ging mir zu weit. Rubber-Bär: Wie ging es mit deinem damaligen Freund, dir und dem Petplay weiter? SM-81: Ich war noch ein paar Mal mit auf den Petplay-Stammtischen. Später ist er dort allein hingefahren und hat auch ein Rudel gefunden, womit er sich regelmäßig getroffen hat. Er und ich haben Petplay ab und zu in einem gewissen Rahmen privat ausgelebt. Oder auch mal auf einer Fetisch- und BDSM-Party für eine gewisse Zeit. Es gab also einen privaten Rahmen für uns und darüber hinaus hat er Petplay mit seinem Freundes-Rudel ausgelebt. Rubber-Bär: Was wäre, wenn du nun einen Hund, ein Pferd oder ein anderes Tier kennenlernst? SM-81: Dann lerne ich diese Person kennen. Auch mit seinem Petplay. Ich habe keine Berührungsängste. Wie ich schon sagte, würde ich mich nicht mit einem Petplayer zu einer Session treffen, um dort ausschließlich Petplay zu praktizieren. Aber wenn ich mich mit jemanden treffe, kann es auch mal Petplay in einem gewissen Rahmen geben. Das ist alles eine Frage der Absprache, wie weit und intensiv Petplay gemeinsam ausgelebt wird. Innerhalb einer Partnerschaft würde es sicher auch Möglichkeiten geben, dass niemand auf eine Vorliebe verzichten muss. Rubber-Bär: Du besitzt auch Ausstattung für Petplay, oder? SM-81: Richtig. Ich habe ein paar Sachen zum Petplay. Ich habe eine Latex-Doggy-Maske, zwei Dogtails sowie natürlich Halsbänder und Leinen. Nicht zu vergessen ein bisschen Hundespielzeug. Rubber-Bär: Damit wären wir auch wieder am Ende des Interviews. Ich danke dir für deine Antworten zum Petplay.
Thema: Petplay
Stand: 28. September 2022
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