zurück zurück
Das Covern ist ein Schutzprozess bei persönlichen Treffen. Dabei informiert der unterwürfige Part eine eingeweihte Person vor, während und nach dem Treffen über den aktuellen Zustand und eine mögliche Gefährdung. Ebenso kann der unterwürfige Part versteckt Hilfe anfordern. Um sich zu Covern benötigt man eine Vertrauensperson, die über das geplante Treffen und deren Inhalt informiert wird. Auch erfährt die Person persönliche Dinge vom dominanten Part. Zur technischen Umsetzung wird ein Mobiltelefon, am besten ein Smartphone, benötigt. Vor dem Treffen gibt der unterwürfige Part alle Informationen (Profilname, Name, Treffpunkt, Adresse, Datum und Uhrzeit des Treffens) an seine vertraute Person weiter. Dann sprechen die beiden ab, wann eine Meldung erfolgt. Sinnvoll ist eine Meldung zu Beginn des Treffens mit dem dominanten Part. Hier kann bestätigt werden, dass der Ort / die Adresse stimmt bzw. Informationen werden ergänzt (Name auf der Klingel, genaue Adresse). Je nach geplantem Ablauf bei dem Treffen (erst miteinander reden, anschließend vielleicht Spielen; Standortwechsel) gibt der unterwürfige Part neue Informationen weiter und bestätigt das alles in Ordnung ist. Dabei sollte man einen Code nutzen. Also nicht „alles ok“ – sondern „ich freue mich auf unser gemeinsames Frühstück morgen früh. Es gibt vieles zu erzählen ;-)“. Diesen geheimen Code kennen nur der unterwürfige Part und seine vertraute Person. Ebenso wird ein Code vereinbart, um zu signalisieren das etwas nicht in Ordnung ist. Hier bieten sich zwei Optionen an. Erstens: Rufe mich gleich an, so dass ich einen Grund habe das Date abzubrechen (ein Notfall). Zweitens: Ich brauche Hilfe. Rufe die Polizei. Durch die Codes wird verhindert, dass der dominante Part falsche Informationen senden kann. Im nächsten Schritt sollte es feste Zeiten geben, zu denen sich der unterwürfige Part bei seiner vertrauten Person melden muss. Genutzt werden erneut Codes. Praktisch ist es, wenn man hier bei einer „Geschichte“ bleibt („Hoffentlich sind die Croissants noch warm:“). Die Zeitabstände sollten gut überlegt sein. Einerseits geht es um die Sicherheit und andererseits um einen guten Spielfluss. Wenn eine Meldung durch den unterwürfigen Part unterbleibt oder etwas nicht vereinbartes gesendet wird, muss die vertraute Person handeln. In der ersten Stufe kann dies ein Anruf sein. Wird der Anruf angenommen, sollte es ebenfalls ein kurzes Codewort geben, dass alles in Ordnung ist oder Hilfe benötigt wird. Wird der Anruf nicht angenommen oder benötigt der unterwürfige Part Hilfe, muss die vertraute Person die Polizei verständigen und alle Informationen an die Polizei weitergeben. Dies kann peinlich sein, aber ist die einzige vernünftige Option, um Hilfe zu leisten. Selbst zu dem Ort zu fahren stellt eine Gefährdung für die vertraute Person dar. Selbstverständlich gibt der unterwürfige Part Bescheid, wenn das Treffen vorbei ist. Durch die zur Verfügung stehende Technik auf Smartphones gibt es zusätzliche Möglichkeiten sich zu covern. Dazu wird die GPS-Standortbestimmung des Mobiltelefons sowie die mobile Datenverbindung mit dem Internet genutzt. Mit Hilfe einer App wird der aktuelle Standort per Internet an die vertraute Person übermittelt bzw. diese kann die Position regelmäßig abrufen. Es gibt eine große Anzahl von Apps, die dafür geeignet sind. Ständig kommen neue hinzu. Welche Software genutzt wird, ist persönlicher Geschmack und kann abgestimmt werden. Mit Hilfe der App „Glympse“ [www.glympse.com] wird der Ablauf demonstriert. Auf dem Smartphone wird die GPS-Funktion aktiviert, so dass der Standort bestimmt werden kann. Die App „Glympse“ wird gestartet und der Standort wird ermittelt. Im nächsten Schritt wird der Standort für eine bestimmte Zeit (lang genug!) mit der vertrauten Person geteilt. Diese kann über den Link bzw. die Freigabe den Standort des Smartphones feststellen. Ebenso wird ein Bewegungsprofil auf einer Karte angezeigt. Die vertraute Person kann nun überwachen, ob die Absprachen eingehalten werden oder ob der Standort gewechselt wird und es dazu keine Meldung vom unterwürfigen Part gibt. Dann muss reagiert werden. Muss Hilfe geholt werden, kann der Standort auch ohne Kontakt an die Polizei weitergegeben werden. Wichtig ist, dass das Covern mit einer App kein Ersatz ist für den persönlichen Kontakt, wie vorher beschrieben, ist. Das Smartphone kann beschädigt, ausgeschaltet oder abgelegt werden. Es stellt sich die Frage, ob der dominante Part über das Covern informiert wird. Spätestens wenn es um Zeiten geht, wo der unterwürfige Part eine Pause braucht, um sich zu melden, bekommt das Gegenüber etwas mit. Gleichzeitig kann ein offener Umgang mit dem Covern auch abschreckend auf den dominanten Part wirken und er hält sich eher an getroffene Absprachen. Covern sollte nicht als Misstrauen vom dominanten Part verstanden werden, sondern als ein verantwortungsvoller Umgang. Selbstverständlich kann auch ein dominanter Part sich covern, wenn er zu einem Treffen mit Gefahrenpotenzial aufbricht (Date im Wald, Autobahnparkplatz usw.).
      Frauen  English